AHN-Tagung in Graz

Die Tagungen der Jahre 2020 in Graz und 2021 in Halle an der Saale mussten aufgrund der Pandemie-Beschränkungen abgesagt bzw. verschoben werden. Nach zweijähriger Pause konnte die 32. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Historischer Nahverkehr (AHN) vom 21. bis zum 24. April 2022 in der Landeshauptstadt der Steiermark und zweitgrößten Stadt Österreichs, in Graz stattfinden. Für unseren Verein nahm eine vierköpfige Delegation teil.

Die Veranstaltung stand unter dem Thema „Next Generation“. Alle der Arbeitsgemeinschaft angehörenden Vereine haben ähnliche Probleme, wenn es um die Gewinnung von Nachwuchs und die Übergabe der Führung in jüngere Hände in den nächsten Jahren geht. In zahlreichen Vorträgen wurden die spezifischen Problemstellungen und deren Lösungen bzw. Lösungsansätze beleuchtet.

Das Rahmenprogramm wurde vom Gastgeber, dem Tramway Museum Graz, bestens organisiert. Der Verein betreut einen großen Wagenpark an historischen Straßenbahn-Fahrzeugen, der in der Museumsremise in Mariatrost beheimatet ist. Im Rahmen mehrerer Sonderfahrten über das Grazer Netz wurden einige Exemplare den Teilnehmern vorgestellt. Dabei wurden auch die beiden im Dezember eröffneten Neubaustrecken nach Reininghaus und in die Smart City befahren. Die Sonderfahrt am Donnerstag endete im Tramway Museum in Mariatrost, dessen Wagenhalle für den Empfang und das Abendessen geräumt und mit Tischen und Bänken bestückt wurde. Bei dieser Gelegenheit konnte auch die Ausstellung anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Grazer Vereins, das auf das Jahr 2021 fiel, besucht werden.

Ein weiteres Highlight war der Besuch des Montan- und Werksbahnmuseums Graz in den Stollen des Schlossbergs. Gegründet 1983, ist es heute das umfangreichste unterirdische Eisenbahnmuseum Europas auf 600 Millimeter Spurweite. Mehr als 60 verschiedene Loks mit Diesel-, Benzol-, Elektro-, Akku- oder Pressluftantrieb sowie ca. 200 Untertage-Waggons zeigen fast lückenlos die Entwicklung des unterirdischen Schienenverkehrs auf 600 Millimeter Spurweite.

Der Samstag führte uns nach Klagenfurt, der Landeshauptstadt Kärntens. Von dort aus startete eine Fahrt mit den beiden Museumsschiffen Loretto und Lorelei (beide Donauwerft Wien, Baujahr 1924). Es folgten Besuche der Lendcanal-Tramway und des Stadtverkehrs- und Kinomuseums Klagenfurt. 1963 endete in Klagenfurt die Ära der Straßenbahn. Durch glückliche Umstände konnte eine größere Zahl von Fahrzeugen von Freunden und Fans vor der Verschrottung gerettet werden. 1976 wurde südlich des Klagenfurter Strandbads eine rund 0,8 Kilometer lange Strecke in Meterspur angelegt, um diese Fahrzeuge dem Publikum auch in Funktion zeigen zu können.
Am Nachmittag stand ein Besuch des Technikmuseums Historama in Ferlach auf dem Programm. Dort befindet sich die Heimat eines gemeinnützigen, 1990 gegründeten Vereins, der sich auf die Erhaltung und den Betrieb technischer Kulturgüter spezialisiert hat. Zu den Aktivitäten zählen der Betrieb einer eigenen Bahnlinie und die betriebsfähige Erhaltung mehrerer historischer Lokomotiven und Wagen.
Mit dem Historama hat der Verein in den Hallen der ehemaligen Kärntnerischen Eisen- und Stahlwerke KESTAG in Ferlach das zweitgrößte Technik- und Verkehrsmuseum Österreichs geschaffen. In den angeschlossenen Museumswerkstätten werden Wartungsarbeiten durchgeführt und ständig weitere Fahrzeuge restauriert. Regelspurige Straßenbahn-Fahrzeuge werden auf der 2012 elektrifizierten, ehemaligen Anschlussbahn zwischen Historama und dem Bahnhof Ferlach eingesetzt.

Wir bedanken uns bei Klaus Außerhofer und seinem Team vom Tramway Museum Graz für die hervorragende Organisation der Tagung und vier eindrucksvolle Tage in Graz und in der Steiermark. Im nächsten Jahr findet die AHN-Tagung bei unseren Kolleg*innen in Halle an der Saale statt.

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