Die Geschichte der LGB-Anlage

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Im hinteren Teil des Historischen Straßenbahndepots St. Peter, gleich beim Straßaboh-Café, befindet sich eine der größten festaufgebauten Modellstraßenbahnanlagen im Maßstab 1:22,5 (Spur IIm / G). Auf handelsüblichen LGB-Gleisen drehen dort zahlreiche Straßenbahnmodelle nach Nürnberger Vorbildern ihre Runden.

Die Anfänge der LGB-Anlage reichen in das Jahr 1982 zurück. Damals beschloss eine Gruppe modellbahnerisch interessierter Vereinsmitglieder, eine transportable Gartenbahn-Anlage zu bauen, die man auf Ausstellungen, Tagen der offenen Tür und dergleichen zeigen könnte. Auf der Anlage sollten Straßenbahnmodelle nach Nürnberger Vorbildern verkehren. Man konnte den damals noch in Nürnberg ansässigen Modellbahnhersteller Ernst Paul Lehmann (LGB) gewinnen, dieses Projekt zu unterstützen. So wurde die Anlage mit LGB-Gleisen aufgebaut und zum Einsatz kamen LGB-Straßenbahnwagen, die in Nürnberger Farben umlackiert wurden.

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Modellbahnbetrieb 1984 in Muggenhof   Modellfahrzeug-Ausstellung in Muggenhof 1984

 

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Blick auf die Modellbahn 1984 (in Muggenhof)   Blick auf die Modellbahn 1984 (in Langwasser)

Die ersten Einsätze der Anlage waren 1984 der Tag der offenen Tür in der U-Bahn-Werkstatt in Langwasser, eine Ausstellung in der Stadtsparkasse an der Lorenzkirche und der Tag der offenen Tür in der Straßenbahn-Hauptwerkstätte Muggenhof. Der Transport der Anlage war jedesmal ein großer Aufwand: Man benötigte einen großen LKW oder transportierte die Anlage nachts mittels eines Straßenbahn-Flachwagens durch die Stadt.

LGB Anlage Transport
Anlagentransport auf einem Straßenbahn-Flachwagen

Mit der Eröffnung des Historischen Straßenbahndepots St. Peter im Jahre 1985 wurde die LGB-Anlage im hinteren Teil der Wagenhalle aufgestellt. Seit diesem Zeitpunkt ist die Anlage ein fester Bestandteil der Ausstellung im Depot St. Peter und kann an jedem Öffnungstag besichtigt werden.

Als besondere Attraktion konnte aus der Fahrschule der VAG ein 1:1-Führerstandsmodell des Triebwagens 901 übernommen werden, mit dem ein Wagen über die Gleise der Lehmann-Bahn-Anlage gesteuert werden konnte. Zur Zeit ist dieser Führerstand leider nicht funktionsfähig; eine Wiederinbetriebnahme ist aber für die nächste Zukunft vorgesehen. Die Anlage selbst wurde natürlich in den 30 Jahren ihrer Existenz des Öfteren umgebaut: Von Anfang an war die viergleisige Haltestellenanlage des Plärrers der Mittelpunkt der Anlage; links davon befand sich eine Wendeschleife mit zweigleisiger Endhaltestelle und im Hintergrund das Werk* Johannis. Auf der rechten Seite schloss sich ein großer Gleisbauhof an.

Den ersten größeren Umbau gab es dann im Jahre 1988: Rechts der Mitte wurde ein maßstäbliches Modell des Werks* Peter im Zustand der 1930er-Jahre aufgebaut. Dem Aufbau von Werk Peter folgte 1995 der Abbau des Anlagenteils Gleisbauhof. Dafür wurde im rechten Teil der Anlage die Wendeschleife Volksfest mit der aufwendigen Gestaltung einer Kirchweih neu gebaut und gleich dahinter entstand eine Endschleife mit einer barocken Kirche in der Mitte.

Ein weiterer großer Umbau stand um das Jahr 2008 an: Die Wendeschleife am linken Anlagenende wurde abgebaut und dafür die Endschleife „Kirche“ vom rechten Anlagenteil ans linke Anlagenende versetzt. Dafür rückte das Werk Peter an die Position der Kirchenschleife. Im Rahmen dieses Umbaus wurde auch der Anlagenteil Plärrer erneuert, da der alte Unterbau dort inzwischen altersschwach geworden war.

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Ab 2008 wurde auch die Elektrik der LGB-Anlage schrittweise unter laufendem Betrieb erneuert. Die alte elektronische Blocksteuerung war inzwischen in die Jahre gekommen und Ersatzteile waren nicht mehr verfügbar. Das Steuerpult wurde erneuert und dem veränderten Gleisplan angepasst. Außerdem wurden alle Kabel ausgetauscht, um auch die Möglichkeit zu haben, digital zu fahren.

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Die Modellbahn im Historischen Straßenbahndepot St. Peter (03. März 2012)

Auch bei der Ausgestaltung der Anlage wurde ständig weitergearbeitet: Wurden anfangs Gebäude aus Bausätzen der Firmen Pola und Lehmann aufgebaut, so wurden später auch individuell gefertigte Häuser nach originalen Vorbildern aufgestellt. Außerdem orientierte sich die Gestaltung der Straßenszenen zunehmend am Original.

Die Modelle sind teilweise modifizierte Fahrzeuge des Herstellers LGB (heute Märklin), aber auch komplette Eigenbauten aus Holz, Kunststoff und Messing.

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Verschiedene Straßenbahnmodelle vor dem Depot St. Peter im Zustand vor 1945 (03. März 2012)

Zu bewundern sind außerdem Gebäudemodelle wie das Wartehäuschen am Plärrer von 1905, die Wagenhalle St. Peter im Zustand vor 1945, das Wetterhäuschen an der Lorenzkirche oder die frühere Wagenhalle am Westfriedhof.

Daten der IIm-Modellstraßenbahnanlage:

Fläche 40 m²
Gleislänge   142 m, davon 58 m Streckengleise
Weichen 35, davon 15 auf der Strecke
Fahrzeuge ca. 30 Triebwagen / 20 Beiwagen
Steuerung analoge Blocksteuerung, Digitalbetrieb möglich

Gastfahrzeuge sind herzlich willkommen – bitte mit uns Kontakt aufnehmen.

* Anmerkung: Bei der Nürnberg-Fürther Straßenbahn werden die Betriebshöfe traditionell als „Werk“ bezeichnet. Betriebshöfe, die anderen Betriebshöfen („Hauptwerk“) zugeordnet sind, werden als „Nebenwerk“ bezeichnet.

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