Vereinsausflug Ulm

Nachdem es im letzten Jahr einen 2-Tages-Ausflug nach Leipzig gab, wurde für 2015 mal wieder ein etwas näherliegendes Ziel ausgewählt. Unser 1-Tages-Ausflug ging in die nur vermeintliche "1-Linien-Stadt" Ulm. Denn der Betrieb nur 1 Linie wird bald Geschichte sein, aber der Reihe nach. Unser tapferer Busfahrer Thomas Kübler ist am 12. September 2015 besonders früh aufgestanden und hat den VAG-Fahrschulbus im Betriebshof Schweinau geholt, der sich durch seine Überlandausführung besonders gut für unsere Ausflüge eignet. Nachdem alle 45 Teilnehmer "eingesammelt" waren ging es auf die A6 Richtung Baden-Württemberg und nach einer Kaffee- und Vesperpause weiter über die A7 nach Ulm.

Im dortigen Betriebshof angekommen empfing uns die Familie Späth, genauer gesagt der mittlerweile pensionierte Werkstattleiter Gerhard Späth, und sein Sohn Jürgen, der nicht nur in die Fußstapfen seines Vaters beim Verkehrsbetrieb gestiegen ist, sondern auch als 1. Vorsitzender die Geschicke der Ulmer Nahverkehrsfreunde leitet.

Beide zeigten uns erst einmal das gesamte Betriebshofgelände und erzählten sehr viel über die Geschichte der Ulmer Straßenbahn. Kaum hatten wir die Runde auf dem Werksgelände hinter uns, warteten schon TW 1, ein GT4 der Maschinenfabrik Esslingen und der Wagen 16, ein 2-Achser Baujahr 1910, der in Baden-Baden fuhr, und "erst" 1951 nach deren Umstellung auf O-Bus-Betrieb nach Ulm kam. Mit beiden Fahrzeugen befuhren wir die erweiterte Linie 1, deren Länge sich ja nach der Streckenerweiterung nach Böflingen nahezu verdoppelt hat.

Nachdem wir mit beiden Wagen wieder den Betriebshof erreicht hatten, erwartete uns in einem Seminarraum des Betriebshofes schon Ralf Gummersbach. Er ist beim Verkehrsbetrieb der Projektleiter für Planung und Bau der Straßenbahnlinie 2. Sie soll die Stadtteile Kuhberg und die neu entstandene Wissenschaftsstadt mit der Innenstadt verbinden. Seit 2014 wird gebaut, zum Fahrplanwechsel im Dezember 2016 soll ein erstes Teilstück eröffnet werden. Ralf Gummersbach erklärte uns mit Hilfe einer Präsentation das Entstehen dieser Strecke, von den ersten Überlegungen über Planung, Finanzierung und Baubeginn und die Widrigkeiten, die ein solches Mammutprojekt so mit sich bringt. Besonders interessant war die Herausforderung, ein neues Brückenbauwerk über eine größere Bahnanlage zu bauen, ohne deren Betrieb zu beeinträchtigen. Für die Streckenerweiterung haben die Ulmer Stadtwerke bei Siemens 12 Avenio-Straßenbahnwagen bestellt, deren Bauart und Design sich an den vorhandenen Combinos anlehnt. Nach dem Vortrag hatten wir noch ein bisschen Zeit zur freien Verfügung. Hier konnte die Stadt Ulm auf eigene Faust entdeckt werden, einige machten eine kurze Stadtführung mit, andere bestiegen das Ulmer Münster und natürlich waren die Ein- oder Anderen in Anbetracht des guten Wetters auch in einem der vielen Straßencafés zu finden.

Thomas stand dann pünktlich um 17:00 Uhr mit dem Bus bereit, aber nicht um uns direkt heimzufahren, sondern um den Bus in ein kleines Dorf bei Feuchtwangen zu steuern, wo für uns in einem Lokal noch das Nebenzimmer wartete. Bei Bier, Krustenbraten und Co. konnten wir den Tag nochmal revuepassieren lassen, bevor uns Thomas wieder zurück nach Nürnberg fuhr, wo wir gegen 22:30 Uhr wohlbehalten ankamen. Vielen Dank an unseren Fahrer und alle Organisatoren, sowie an unsere Freunde aus Ulm, die für uns einen sehr kurzweiligen und interessanten Tag auf die Beine gestellt haben.

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